Ein fertiger Teller lässt die vielen Arbeitsschritte seiner Herstellung kaum erkennen. Die Firmenfestschrift von 1957 beschreibt Formen, Glasieren, Brennen, Dekorieren, Prüfen und Verpacken. Die drei Bilder zeigen Beschäftigte beim Aufbringen des Firmenzeichens, beim Glasieren und beim Dekorauftrag. (L03, S. 24–26)

B04 Firmenzeichen aufbringen, Glasieren und Dekorauftrag. Bildfolge aus der Festschrift von 1957. (L03, S. 24)
Die Glasur und der Glattbrand gaben dem Geschirr seine endgültige Oberfläche. Für diesen Brand nennt die Festschrift eine Temperatur von etwa 1.430 Grad Celsius. Dekoration und Kontrolle schlossen sich an; beim Verpacken musste die zerbrechliche Ware für den Transport geschützt werden. (L03, S. 24–26)
Auch Figuren verlangten mehrere Hände und Arbeitsschritte. Einzelteile mussten zusammengefügt und die Formen sorgfältig ausgearbeitet werden. Die Festschrift vermittelt damit einen Einblick in das Zusammenspiel von handwerklichem Können und industrieller Fertigung zur Mitte des 20. Jahrhunderts. (L03, S. 26)
Die älteren Stadtchroniken setzen andere Schwerpunkte. Clöter schildert 1867 den Wandel zwischen Landwirtschaft, Weberei und Fabrikarbeit. Riess blickt 1949 kritisch auf lange Arbeitstage und die Lebensverhältnisse der Porzelliner zurück. Diese Aussagen betreffen die Selber Industrie insgesamt und lassen sich nicht pauschal einem einzelnen Hutschenreuther-Arbeitsplatz zuordnen. (L10, S. 93–94; L12, S. 134–136)
Die Bilder ergänzen diese Texte um konkrete Tätigkeiten. Als Auswahl einer Jubiläumsfestschrift zeigen sie jedoch nur einen Ausschnitt des Arbeitsalltags; zu Löhnen, Belastungen und individuellen Erfahrungen geben sie keine vollständige Auskunft.
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